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Der Sanitätsdienst - Eine Abteilung stellt sich vor

Sanitätsdienst - Was versteht man eigentlich unter dieser Sammelbezeichnung, die in Deutschland oft widersprüchlich und falsch verwendet wird? Eine gute Definition dieses Begriffs liefert Wikipedia, das geläufigste Lexikon im Internet:

"Der Sanitätswachdienst oder Ambulanzdienst ist ein Teil der Notfallvorsorge. Im Rahmen von Veranstaltungen, bei denen von einem erhöhten Gefahrenpotential ausgegangen wird, wird seitens des Veranstalters im Vorfeld ein Anbieter damit beauftragt, auf Basis der Erkenntnisse einer Gefahrenanalyse einen auf die Veranstaltung abgestimmten Sanitätswachdienst für die gesamte Veranstaltung oder Teile davon zu stellen. Oft werden solche Wachdienste mit den Feuerwehren und Rettungsdiensten abgestimmt und die Zusammenarbeit geregelt.

Die Gestellung eines Sanitätswachdienstes erfolgt entweder aus eigenem Antrieb des Veranstalters, aufgrund von Vorschriften übergeordneter Verbände (z. B. Reitsportverbände, Motorsportverbände) oder aufgrund behördlicher Auflagen. Auch ohne behördliche Auflage entsteht jedoch bei Großveranstaltungen wegen der Verkehrssicherungspflicht des Veranstalters die Notwendigkeit, einen Sanitätswachdienst zu stellen.

Der Sanitätswachdienst umfasst das Personal (Sanitäter, Notärzte, Betreuungsdiensthelfer, Fernmeldedienst, Führungspersonal) als auch die Ausstattung (Sanitätsstation, Unfallhilfsstellen, Kranken-, Rettungs- und Notarztwagen, Versorgungseinrichtungen, Fernmelde- und Führungsmittel).
Durch den Sanitätswachdienst werden auf der Veranstaltungen erkrankte oder verletzte Personen erstversorgt und ggf. dem öffentlichen Rettungsdienst zur weiteren Versorgung und zum Transport in eine Einrichtung der Endversorgung (Krankenhaus, Arztpraxis) übergeben.

[…]

Auch wenn die Leistungserbringer üblicherweise mit ehrenamtlichem Personal arbeiten, entstehen dem Leistungsnehmer in der Regel dennoch Kosten. Neben den gerade bei den größeren Hilfsorganisationen üblichen Gemeinkosten werden den ehrenamtlich arbeitenden Einsatzkräften häufig Aufwandsentschädigungen in Form von pauschalen Verpflegungssätzen und Fahrtkosten ausgezahlt. Die Aufwendungen für die teilweise umfangreiche medizinische Ausstattung, die Fahrzeuge und die Schutzkleidung der Einsatzkräfte müssen ebenfalls aufgebracht werden. Die Refinanzierung erfolgt oft ganz oder in Teilen über Sanitätswachdienste. Die genaue Kostenzusammensetzung, die dem Leistungsnehmer in Rechnung gestellt wird, variiert natürlich. Üblicherweise werden aber Pro-Kopf-Beträge für die Einsatzkräfte berechnet und Pauschalen für das eingesetzte Material (z.B. Zelte oder Rettungswagen)."

[Quelle: www.wikipedia.org/wiki/Sanit%C3%A4tswachdienst 20.10.2006]

Der ASB Pforzheim-Enz hat eine eigene Abteilung Sanitätsdienste, die organisatorisch der Abteilung Rettungsdienst zugeordnet ist. Auch das Personal für die vielfältigen Aufgaben rekrutiert sich aus dieser Abteilung und ist deshalb samt und sonders rettungsdienstlich und somit auch notfallmedizinisch erfahren und geschult. Zurzeit kann die Abteilung auf sechs FSJler und ca. 35  ehrenamtliche Kräfte zurückgreifen, unter welchen die Dienste aufgeteilt werden können. Die Ausstattung besteht Marktplatzfest unter anderem aus einem Krankenwagen, mehreren Zelten, Notfallrucksäcken, Sprechfunkgeräten, einem Einsatzleitwagen, einer Versorgungseinheit für den Großanfall von Verletzten sowie mehreren Verletztenliegen und diversen Dokumentationsmitteln.  
Das Einsatzspektrum erstreckt sich von kleineren Sportveranstaltungen wie Judo-, Fußball- oder Volleyballturnieren über Unterhaltungsveranstaltungen und Shows bis hin zu Großevents wie Rockkonzerten und Stadtfesten. So stellte der ASB beim Marktplatzfest, dem Nena-Konzert oder beim GuteTöne-Festival den Sanitätsdienst. Des weiteren ist bei jeder Veranstaltung im Großen Saal des Congress-Centrums ein Sanitätsdienst des ASB zur Absicherung des Publikums anwesend.

Die bei den Diensten durchgeführten Leistungen umfassen hierbei nicht nur die notfallmedizinische Erstversorgung von (Schwer-)Verletzten und die Behandlung von akut Erkrankten, sondern auch die Betreuung dieser Patienten bis zur Übergabe an den regulären Rettungsdienst, deren Koordination auch eine der Aufgaben des Personals vor Ort ist. Oft ist ein Trost spendendes Gespräch jedoch vollkommen ausreichend und die Patienten müssen somit nicht transportiert und ärztlich behandelt werden.

Eine weitere Aufgabe ist die sanitätsdienstliche Planung von solchen Großveranstaltungen. Hierbei arbeiten die zwei geschulten Organisatorischen Einsatzleiter eng mit den anderen Organisationen der Gefahrenabwehr (Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei) und den örtlichen Veranstaltern (z.B. Kulturhaus Osterfeld, Stadtjugendring, CCP, Kupferdächle,…) zusammen und erstellen, unterstützt durch ihre jahrelange Erfahrung im Umgang mit Großveranstaltungen, für jede dieser Veranstaltungen einen Einsatzplan. Dieser basiert auf einer durchgeführten Gefahrenanalyse, der eigentlich allen denkbaren Szenarien, die sich während eines Events ereignen könnten, die richtigen Maßnahmen entgegensetzt. Hier werden auch die nötigen Ressourcen festgelegt (Personal, Material, Geländeskizzen, Kommunikationswege). Die Erstellung dieses Planes stellt die eigentliche Kernkompetenz in der Durchführung von Sanitätsdiensten dar. Nur wenn hierbei korrekt vorgegangen wird, ist eine Gewährleistung der sicheren Durchführung des Dienstes möglich und kann gleichzeitig dieser für den Veranstalter, der die Kosten des Sanitätsdienstes übernimmt, finanzierbar bleiben.

In den ersten drei Quartalen 2006 sicherten die Einsatzkräfte 71 Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe notfallmedizinisch ab. Hierbei wurden 1218 Arbeitsstunden geleistet und 82 Patienten erstversorgt, von denen lediglich vier durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus transportiert werden mussten. Das heißt den übrigen 78 blieb ein unnötiger und teurer Transport im Rettungswagen erspart, was auch den Rettungsdienstbereich entlastete.

Auch in der Kinderstadt Puzzleheim, der diesjährigen dreiwöchigen Kinderferienaktion des Stadtjugendrings, war das dortige Krankenhaus ständig durch eine Sanitäterin dieser Abteilung besetzt.

Dank einer Akquise-Aktion der Sanitätsdienstleitung konnten nicht nur die Stammkunden weiterhin mit der durch den ASB gebotenen Qualität befriedigt werden, es konnten auch weitere Neukunden hinzugewonnen worden, was in Zeiten immer knapperer Finanzen der Veranstalter durchaus für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis spricht und die Abteilung in eine gute Zukunft blicken lässt.

eshalb ist dieses Jahr auch eine Jahresabschlussfeier geplant, um den vielen Helfern auch auf diesem Wege für die große, oftmals auch rund um die Uhr dauernde, Einsatzbereitschaft zu danken, die immer auch die Nacharbeiten wie Aufräumen und Reinigen des Materials einschließt.

 

Kai Fischpera

Leiter Abt. Sanitätsdienste

 

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