Gesundheitspolitik im Fokus

Landtagsabgeordnete besuchen ASB Pforzheim-Enz

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v. l. n. r.: Andreas Renner, Dr. Christian Roser, Daniel Groß, Markus Mitzenheim, Nico Gunzelmann

Wie können Rettungsdienst und Pflege auch künftig leistungsfähig bleiben? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein ausführliches Gespräch zwischen den Landtagsabgeordneten Andreas Renner und Nico Gunzelmann sowie Vertretern des ASB Region Pforzheim-Enz.

Regionalvorsitzender Dr. Christian Roser begrüßte die beiden Abgeordneten gemeinsam mit Regionalgeschäftsführer Markus Mitzenheim und dem stellvertretenden Landesgeschäftsführer des ASB Baden-Württemberg sowie Landesrettungsdienstleiter Daniel Groß. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die aktuellen Herausforderungen im Rettungsdienst, in der ambulanten und stationären Pflege sowie die langfristige Sicherstellung einer hochwertigen medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Insbesondere die Situation im Rettungsdienst wurde intensiv diskutiert. Steigende Einsatzzahlen, komplexere Notfalllagen und der zunehmende Fachkräftemangel stellen die Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen der Bevölkerung an eine jederzeit schnelle und qualitativ hochwertige Hilfe.

Daniel Groß ordnete die aktuellen Entwicklungen aus fachlicher Sicht ein: “Mit dem neuen Rettungsdienstgesetz und der Rettungsdienstplanverordnung wurden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Entscheidend wird nun sein, dass die Umsetzung, hier insbesondere die landesweite Begutachtung konsequent erfolgt. Baden-Württemberg hat mit dem Modell der Selbstverwaltung einen starken und leistungsfähigen Rettungsdienst. Dies muss weiter gefördert und ausgebaut werden.“

Auch die aktuelle Situation rund um den Pflegebereich nahm breiten Raum ein. Die Gesprächsteilnehmer waren sich grundsätzlich einig, dass der demografische Wandel, steigende Kosten und der Mangel an Fachkräften Betreiber zunehmend unter Druck setzen, während gleichzeitig der Bedarf an einer verlässlichen und wohnortnahen Versorgung steigt. Die geplanten Gesetzesänderungen im Rahmen des Pflegeneuordnungsgesetzes verlagert die Kosten aus Sicht des Regionalgeschäftsführers Markus Mitzenheim auf die Schwächsten und die Kommunen, gefährdet die Gewinnung von Pflegepersonal und spart bei der Ambulanten Pflege, statt sie zu entlasten. Zuschüsse zu Eigenanteilen später greifen zu lassen und Tariflöhne nur noch begrenzt zu refinanzieren, ist sicherlich das falsche Signal an Pflegebedürftige und Mitarbeiter, wohl wissend, dass eine Reform dringend notwendig ist, um die Finanzierung der Pflegeversicherung nachhaltig sicherzustellen aber eben auch, um den vielfältigen inhaltlichen Änderungsbedarfen gerecht zu werden. Geeignete Ansätze gäbe es einige, so Mitzenheim weiter, beispielsweise die Übernahme versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln sowie die Verbreiterung der Einnahmebasis der sozialen Pflegeversicherung. Ein brennendes Thema war auch, die in der Pflegebranche seit Jahren diskutierte Problematik, dass die Einzelzimmerpflicht in Pflegeeinrichtungen Investitionen verteuert, Pflegeplätze gefährdet und den Bedarfen auch nicht in jedem Fall gerecht wird.

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v. l. n. r.: Markus Mitzenheim, Andreas Renner, Nico Gunzelmann, Dr. Christian Roser, Daniel Groß

Dr. Christian Roser betonte die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Politik und Praxis: „Gesetze werden im Parlament beschlossen – ihre Auswirkungen zeigen sich jedoch täglich vor Ort. Deshalb ist es wichtig, dass politische Entscheidungsträger regelmäßig mit den Menschen sprechen, die Verantwortung im Gesundheitswesen tragen. Nur so können Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine leistungsfähige Versorgung langfristig sichern.“

Die beiden Landtagsabgeordneten nutzten den Termin, um sich ein umfassendes Bild von den Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Hilfsorganisation zu machen. Im offenen Dialog wurden Erfahrungen aus dem Einsatzalltag, Entwicklungen im Gesundheitswesen sowie mögliche Lösungsansätze erörtert.

Der ASB Region Pforzheim-Enz bewertet den Austausch als wichtiges Signal für eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Praxis. Ziel müsse es sein, die Gesundheitsversorgung im Enzkreis und in der Region Pforzheim auch in Zukunft leistungsfähig, modern und bürgernah zu gestalten.

Text: Pressemitteilung
Online veröffentlicht am 14.07.2026